Das Interview mit Coach Alexander Born

   

Bundeswehr, Tattoo, mehrere Trainer-Stationen in Hamburg sowie den Landkreis Lüneburg & Harburg– stell dich doch bitte einmal vor? Ich bin jetzt seit geraumer Zeit bei der Bundeswehr. Ein paar Jahre habe ich noch. Tattoos habe ich auch,insgesamt sieben Stück. Alle haben eine Bedeutung, zumindest für mich. Die ein oder andere Trainerstation hatte ich schon, in Hamburg und Niedersachsen. Als Trainer habe ich schon alles durch,Jugendbereich, Herrenbereich von der Kreisklasse bis zur Landesliga. Ausserdem habe ich eine zeitlang für die Real Madrid Fussballschule gearbeitet. Deine bisherige Vita als Trainer ist auffällig. In die Liste reihen sich u.a. die Vereine FTSV Komet Blankenese aus Hamburg sowie der MTV Soderstorf aus der Kreisklasse Lüneburg.

Wie ist der Wechsel zum MTV Hanstedt zustande gekommen und wie löst du die räumliche Entfernung? Der Wechsel nach Hanstedt kam recht unkonventionell. Ich habe mitbekommen, dass Tino aufhört und habe mich dann mit dem Obmann in Verbindung gesetzt. Wir hatten ein Treffen beim Bäcker in Hanstedt, aus einer Stunde wurden 2,5 Stunden. Am Ende habe ich das Gefühl gehabt, etwas bewirken zu können. Das Gefühl hat sich noch verstärkt. Mit Ralf Flaggi Meyke ist dort ein sehr engagierter und fachlich kompetenter Obmann im Amt. Am Ende war seine Art,das Gespräch mit mir zu führen, der letzte überzeugende Punkt. Räumliche Entfernung ist relativ. Ich wohne in Nenndorf, die Fahrzeit von 20 Minuten ist nun nicht weltbewegend.

Was gefällt dir am MTV und wo siehst du noch Verbesserungsbedarf? Der MTV ist ein echter Dorfverein. Ich mag das. Es gibt eine hervorragende Anlage, ein schönes Stadion. Dazu eine Mannschaft, die aus der Region kommt und hochmotiviert ist. Die Mannschaft arbeitet sehr hart, die Trainingsbeteiligung ist enorm hoch. Aber, die Jungs müssen noch etwas ruhiger werden. Daran arbeiten wir. Im Umfeld muss definitiv noch die ein oder andere Schraube gedreht werde. Das wird aber intern besprochen.

Nach dem Abbruch der vergangenen Saison durch COVID 19 konnte erstmalig der Klassenerhalt in der Kreisliga am „grünen“ Tisch erreicht werden. Mit welchen Erwartungen startest du in das Abenteuer Kreisliga beim MTV Hanstedt? Meine Erwartungshaltung ist einfach. Die Spieler, die Trainer und das Umfeld haben dem Ziel, die Klasse zu halten, alles unterzuordnen. Es zählt nur der Verein. Wir sind als 1.Herren das Aushängeschild. So muss sich auch jeder verhalten. Dazu erwarte ich von allen Spielern, dass sich in jedem Training und Spiel zerrissen wird für das Wappen auf dem Trikot.
 

In der Sommerpause verließen neben Kapitän & Mittelfeldstratege Alexander Schulz drei weitere Spiele die 1.Herren, wodurch der nicht gerade üppige Kader geschrumpft ist. Wie werden die Abgänge kompensiert, um in der Kreisliga mit 16 Teams und somit 30 Spielen bestehen zu können? Wir haben in der 1.Herren einen Kader von 22 Mann. Die Abgänge wurden absolut kompensiert. Mir persönlich fehlt keiner der Abgänge.
Wie würdest du deinen Kader für die Spielzeit 2020/21 sowohl qualitativ als auch quantitativ beschreiben? Wir sind qualitativ und quantitativ gut aufgestellt, haben jede Position doppelt besetzt. Mit Eduard Heinrich haben wir ein echtes Arbeitstier bekommen, mit Paolo Drews kommt enorme Kreativität dazu. Nico Fenske braucht noch etwas Anlaufzeit, aber die harte Arbeit zahlt sich schon aus. Insgesamt ist der Kader sehr homogen, die Jungs passen sportlich wie menschlich super zusammen.

Ein Kurz-Trainingslager sowie Bootcamp konnten die Spieler bereits in der Vorbereitung absolvieren, um die nötigen „Körner“ für die lange Saison zu sammeln. Welche Faktoren stehen bei dir im Vordergrund? Kondition, Taktik oder Technik? Alle Faktoren sind wichtig. Die körperlich Fitness ist die Grundlage, um taktische Vorgaben zu erfüllen. Hier sind ebenfalls auf einem guten Weg.

Mit welchem Spielsystem möchtest du wieder den einen oder anderen Zuschauer mehr in den Bondor Sportpark locken? Das Spielsystem ist variabel. Natürlich wollen wir attraktiven Fussball spielen. Allerdings sollten unsere Anhänger nicht vergessen, wie jung die Truppe ist. Die Spieler entwickeln sich noch, es wird auch Rückschläge geben. Wir wollen aber dafür sorgen, dass für die Hanstedter der Sonntag um 15:00 Uhr im Bondorsportpark ein fester Bestandteil wird.

Nach der lange Pflichtspielpause sowie dem Saisonabbruch konntest du mit deinem Team bereits einige Testspiele sowie Trainingseinheiten absolvieren. Wie sieht dein erstes Fazit aus und an welchen „Stellschrauben“ muss noch bis zum Saisonstart gearbeitet werden? Die Vorbereitung war anstrengend. Die Spieler haben teilweise bis zu 5 Trainingseinheiten in der Woche gehabt. Es gab beachtliche Ergebnisse, allerdings auch Spiele, in denen ich nur den Kopf schütteln konnte. Trotzdem war jedes Spiel aufschlussreich. Am Ende zählen die Ergebnisse nicht, in den Pflichtspielen zählen die Ergebnisse.

Wie lautet für die kommende Saison die Zielsetzung und gibt es einen langfristigen Plan mit der Herren-Abteilung? Zielsetzung ist ganz klar der Klassenerhalt. Aufgrund des geringen Altersschnitts und der wachsenden Erfahrung der Spieler soll es langfristig natürlich in der Tabelle auch mal höher gehen. Ausserdem ist ein Ziel, die Jugend in den Herrenbereich zu integrieren. Mit Paul Ortleb haben wir schon den ersten Youngster dabei. Weitere werden folgen.

Kreisliga - 16 Teams. Wer spielt deiner Meinung um den Aufstieg und welche Teams wird um den Klassenerhalt kämpfen? Ich habe noch nicht alle Gegner gesehen. Mit Este gibt es da einen grossen Aufstiegskandidaten. Abstiegskandidaten kann ich nicht nennen. Ich glaube, dass kristalisiert sich in den ersten 10 Spielen heraus.

Vielen Dank Alex und viel Erfolg!